Klärschlamm

Der Umwelt zu Liebe: Klärschlamm sinnvoll nutzen.

Der Umwelt zu Liebe: Klärschlamm sinnvoll nutzen.

Auf dieser Seite informiert Sie die Emter GmbH über das Abfallprodukt der Abwasserreinigung – Klärschlamm. Weiter unten finden Sie das Klärschlamm-Lexikon mit allen wichtigen Erklärungen und Infos zum Thema. Hier finden Sie spezielle Informationen zu unserer Anlage für die Klärschlammverbrennung.

Klärschlamm: viel zu entsorgen

Es gibt eine Menge Klärschlamm zu entsorgen. Allein Bayerns Kläranlagen produzieren jährlich rund 6 Millionen Tonnen Klärschlamm. Selbst wenn dem Klärschlamm alle Feuchtigkeit entzogen wird, bleiben noch über 300.000 Tonnen Trockensubstanz übrig. Die Entsorgung erfolgt in der Landwirtschaft als Düngemittel (landwirtschafliche Klärschlammentsorgung), durch Aufbringung auf stillgelegte Deponien (stoffliche Klärschlammverwertung) und zunehmend durch Mitverbrennung in mit Feststoffen befeuerten Kraftwerken oder Müllverbrennungsanlagen (thermische Klärschlammverwertung).

Bestandteile von Klärschlamm

Klärschlamm besteht zum größten Teil aus Kohlenstoff (bis zu 70 Prozent), Sauerstoff, Stickstoff, Wasserstoff, Phosphor und geringen Mengen von Schwefel. Leider ist Klärschlamm zum Teil durch Schadstoffe wie zum Beispiel giftige Schwermetalle oder halogenierte Kohlenwasserstoffe belastet. Dadurch wird die Verwertung dieses Klärschlamms in der Landwirtschaft immer schwieriger. Wie Klärschlamm verwendet werden darf, ist durch die Klärschlammverordnung festgelegt.

Das Klärschlamm-Lexikon

Abwasserbehandlung

Das Internetlexikon Wikipedia hält viele Infos zur
Abwasserbehandlung
bereit.

Rohschlamm:

Als Rohschlamm bezeichnet man unbehandelten Klärschlamm, der noch nicht stabilisiert wurde. (siehe auch DIN EN 1085). Unbehandelter (nicht stabilisierter) Rohschlamm fängt schnell an zu faulen und verursacht dadurch massive Geruchsbelästigung.

Faulschlamm:

Nach dem Ausfaulen in so genannten Faultürmen ist der Rohschlamm stabilisiert und wird als Faulschlamm bezeichnet, der nur noch eine geringe Geruchsbelästigung verursacht. Er enthält nur 1 bis 5 Prozent Trockenmasse und muss deshalb noch entwässert werden.

Frischschlamm:

siehe Rohschlamm

Primärschlamm (primary sludge):

Der Primärschlamm ist Klärschlamm aus der ersten (physikalischen) Stufe einer Kläranlage. Er besteht bei kommunalen Abwässern meist aus Kot, Essensresten, Papier und ähnlichen Stoffen. Wird er nicht schnell weiterbehandelt, fängt dieser Klärschlamm schnell an zu faulen und verursacht so eine starke Geruchsbelästigung. Um die Anlage zu schonen, sollte im Primärschlamm kein Sand zu finden sein.

Sekundärschlamm (secondary sludge):

Dieser Typ (auch Überschuss-Schlamm genannt) entsteht bei der biologischen Reinigung des Wassers. Dabei werden ungewünschter Stoffe im Wasser im sogenannten Belebungsbecken durch Mikroorganismen wie Pilze, Bakterien und einzelligen Lebewesen (Amöben/Protozoen/EPS) gebunden. Der Überschussschlamm muss regelmäßig entnommen werden. Das ist leicht, da dieser Überschussschlamm meist an der Oberfläche schwimmt. Sekundärschlamm muss ebenfalls im Faulturm stabilisiert werden.

Klärschlammentwässerung

Faulschlamm (stabilisierter Klärschlamm) ist noch sehr flüssig. Vor einem Transport oder einer Weiterverarbeitung muss deshalb der Anteil von Trockenmasse im Klärschlamm erhöht werden. Es gibt drei Arten der Entwässerung von Klärschlamm. Die mechanische, die biologische und die solare Entwässerung

Mechanische Klärschlammentwässerung:

Bei der mechanischen Entwässerung wird dem Klärschlamm in einer Zentrifuge oder Presse Wasser entzogen. Dies ist alledings erst möglich, nachdem der Klärschlamm konditioniert ist. Dazu wird Ihm im Regelfall Kalk zugegeben, wodurch die Gesamtmenge der zu entsorgenden Trockenmasse, und damit natürlich die Kosten steigen. Mit der mechanischen Entwässerung erreicht man einen Trockenmasse-Anteil von circa 30 Prozent.

Biologische Entwässerung

Bei der biologischen Entwässerung wird der Faulschlamm zunächst auf sogenannte Vererdungsbeete geleitet. In diesen mit Schilf bepflanzten Becken erhöht sich der Trockenmasseanteil wird auch ein großer Teil der organischen Inhaltsstoffe, die bis zu 60 Prozent der Trockenmasse ausmachen können, abgebaut. Am Ende kann der Trockenmasseanteil im Klärschlamm bei dieser Methode auf bis zu 60 Prozent steigen. Das Volumen des Klärschlamms wird bei dieser Methode also am effektivsten reduziert. Der große Nachteil: Die biologische Entwässerung nimmt viel Zeit in Anspruch.

Solare Entwässerung:

Bei der solaren Entwässerung leistet die Sonne die Hauptarbeit. Sie erwärmt den dunklen Klärschlamm. Dadurch verdunstet das enthaltene Wasser. Um den Prozess zu beschleunigen, wird der Klärschlamm dabei häufig gewendet.
Der große Vorteil dieser Methode: Ein Anteil an Trockenmasse von mehr als 90 Prozent ist möglich.